Ratgeber · Hausratversicherung

Hausratversicherung in Oranienburg: Was viele unterschätzen und teuer bezahlen

Unterversicherung, fehlende Bausteine und typische Deckungslücken, erklärt vom Makler vor Ort in Oranienburg.

👤 Sven Feder, VMX Versicherungsmakler 📅 21. Mai 2026 ⏱ ca. 8 Minuten Lesezeit

Warum Hausratversicherung mehr ist als Einbruchschutz

Die meisten denken bei Hausrat nur an Einbruch. Das greift zu kurz. Eine gute Hausratversicherung deckt weit mehr: Leitungswasserschäden, Sturm und Hagel, Feuer sowie auf Wunsch auch Elementarschäden durch Hochwasser, Starkregen oder Rückstau.

In Oranienburg und dem Landkreis Oberhavel ist das besonders relevant. Die Region ist geprägt von vielen Altbauten, Einfamilienhäusern in Flussnähe und Bestandsgebäuden mit alten Wasserleitungen. Leitungswasserschäden sind hier einer der häufigsten Schadenstypen in der Hausratversicherung, nicht Einbruch.

Wer seine Hausratversicherung noch nie geprüft hat oder seit Jahren den gleichen alten Tarif führt, zahlt oft zu viel für zu wenig Schutz. Oder umgekehrt: zu wenig für einen Vertrag, der im Schadensfall nicht ausreichend leistet.

Das größte Risiko: Unterversicherung

Was Unterversicherung bedeutet und warum sie teuer wird:

Die Versicherungssumme sollte dem tatsächlichen Zeitwert aller Einrichtungsgegenstände entsprechen: Möbel, Elektrogeräte, Kleidung, Fahrräder, Wertsachen. Eine gängige Faustregel lautet: 650 bis 700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Wer zu wenig versichert ist, bekommt im Schadensfall nur anteilig ersetzt. Beispiel: Tatsächlicher Hausratwert 80.000 Euro, versichert aber nur 50.000 Euro. Das entspricht einer Versicherungsquote von 62,5 Prozent. Folge: Im Schadensfall wird nur 62,5 Prozent der Schadenssumme erstattet, unabhängig davon, wie hoch der konkrete Schaden ist.

Die Lösung: Entweder eine korrekte Summe berechnen oder einen Tarif mit Unterversicherungsverzicht-Klausel wählen. Letztere verzichtet auf die anteilige Kürzung, wenn die Summe nach der Faustregel berechnet wurde.

Fallbeispiel aus Hennigsdorf

Familie Brandt aus Hennigsdorf, 95 qm Wohnung: Leitungswasserschaden im Bad, ein geplatztes Rohr beschädigte Möbel, Bodenbelag und Elektronik. Gesamtschaden: 18.000 Euro. Die alte Police hatte eine Versicherungssumme von 40.000 Euro, was für 95 Quadratmeter deutlich zu wenig war (Sollwert nach Faustregel: rund 63.000 Euro). Ergebnis: Die Versicherung zahlte nur anteilig, nämlich 11.250 Euro. 6.750 Euro blieben auf Kosten der Familie.

Nach einer Nachberatung durch uns: neue Police mit korrekter Versicherungssumme, Unterversicherungsverzicht-Klausel und erweitertem Leitungswasserschutz. Der Monatsbeitrag stieg um 4 Euro. Die Absicherung wurde grundlegend verbessert.

Was eine gute Hausratversicherung leistet

Standardleistungen

Jede solide Hausratversicherung deckt diese Grundgefahren:

  • Einbruchdiebstahl: Entwendetes oder beschädigtes Eigentum bei Einbruch, Raub oder Trickdiebstahl
  • Feuer: Brand, Blitzschlag, Explosion sowie Folgeschäden durch Löschwasser
  • Leitungswasser: Schäden durch Bruch oder Undichtigkeit von Leitungen, Heizungsrohren oder Waschmaschinen
  • Sturm und Hagel: Schäden durch Windstärke ab Stufe 8 sowie direkte Hagelschäden

Wichtige Zusatzbausteine

Je nach Wohnort und Lebenssituation sollten folgende Bausteine geprüft werden:

  • Elementarschäden: Hochwasser, Starkregen, Rückstau, Erdsenkung. In Oberhavel aufgrund der Nähe zu Havel und Oder-Havel-Kanal besonders relevant.
  • Fahrraddiebstahl: Meist mit Sublimit und Anforderung an die Sicherung. Lohnt sich besonders für hochwertige Fahrräder.
  • Glasbruch: Abdeckung von Fensterglas, Glasscheiben und Ceranfeldern. Oft günstiger als erwartet.
  • Außenversicherung: Schutz für Gepäck und Eigentum auch außerhalb der Wohnung, etwa im Auto oder im Urlaub.

Was nicht enthalten ist

Typische Ausschlüsse, die viele überraschen:

  • Schäden durch grobe Fahrlässigkeit: nur enthalten, wenn die entsprechende Klausel explizit vereinbart ist
  • Wertsachen (Bargeld, Schmuck, Kunstgegenstände) oft nur bis zu einem Sublimit versichert, häufig 2.000 bis 5.000 Euro
  • Motorschäden an Elektrogeräten durch technischen Defekt: das ist in der Regel kein Hausratschaden, sondern ein Fall für eine separate Elektronikversicherung

Hausratversicherung prüfen lassen: kostenlos & persönlich

Ich prüfe Ihren bestehenden Vertrag auf Unterversicherung, fehlende Klauseln und Einsparpotenzial, anbieterübergreifend und ohne Verkaufsdruck.

Jetzt Hausratversicherung prüfen lassen

Besonderheiten in Oranienburg & Oberhavel

Regionale Risiken, die Ihre Police abdecken sollte:

Viele Häuser im Landkreis Oberhavel sind Altbauten mit alten Wasserleitungen aus Stahl oder Blei. Das Risiko für Leitungswasserschäden ist hier statistisch höher als in Neubauten mit modernen Kunststoffrohren.

Empfehlung: Achten Sie auf die Klausel "grobe Fahrlässigkeit mitversichert". Wer vergisst, das Fenster zu schließen, und es kommt zu einem Wasserschaden durch Regen, oder wer die Waschmaschine unbeaufsichtigt laufen lässt, riskiert ohne diese Klausel eine Ablehnung.

Elementarschutz ist zudem wegen des Überflutungsrisikos in Flussnähe (Havel, Oder-Havel-Kanal) wichtig. Selbst in ZÜRS-Zone 1 kann es zu Rückstauproblemen in Kellerräumen kommen. Der Baustein kostet im Jahr oft nur 30 bis 80 Euro extra, schützt aber vor fünf- bis sechsstelligen Schäden.

Mieter vs. Eigenheimbesitzer

Ein häufiges Missverständnis: Was genau deckt die Hausratversicherung, und was gehört zur Wohngebäudeversicherung?

Mieter

Mieter brauchen nur eine Hausratversicherung. Sie deckt den persönlichen Besitz, also alles, was beim Auszug mitgenommen werden kann: Möbel, Elektrogeräte, Kleidung, Fahrräder. Das Gebäude selbst ist Sache des Vermieters und über dessen Wohngebäudeversicherung abgesichert.

Eigenheimbesitzer

Wer ein Eigenheim besitzt, braucht zwingend beides: eine Hausratversicherung für den beweglichen Besitz und eine Wohngebäudeversicherung für das Gebäude selbst. Die Abgrenzung ist wichtig: Alles, was fest eingebaut ist, gehört zum Gebäude: eingebaute Küche, Fußbodenbelag, Heizkörper, Badewanne, Türen. Das ist nicht über Hausrat abgesichert.

Wer beides bei verschiedenen Versicherern hat, sollte auf Abstimmung achten: Es darf keine Doppelversicherung geben, aber auch keine Lücke zwischen den Deckungen.

So finden Sie den richtigen Tarif

Beim Vergleich von Hausrattarifen kommt es auf mehr an als den Preis pro Monat:

  1. Versicherungssumme richtig berechnen: Wohnfläche in Quadratmetern multipliziert mit 650 bis 700 Euro ergibt einen realistischen Ausgangswert. Bei wertvollem Inventar (Kunstgegenstände, hochwertige Elektronik, teures Mobiliar) entsprechend nach oben anpassen.
  2. Unterversicherungsverzicht-Klausel wählen: Diese Klausel schützt vor anteiliger Kürzung im Schadensfall, sofern die Summe nach der Faustregel ermittelt wurde. In guten Tarifen standardmäßig enthalten.
  3. Selbstbeteiligung abwägen: Eine Selbstbeteiligung von 150 oder 250 Euro senkt den Beitrag spürbar. Wer selten Kleinschäden meldet, spart damit über die Jahre.
  4. Bausteine nach Wohnort wählen: Elementarschutz in Oberhavel fast immer empfehlenswert. Fahrraddiebstahl bei hochwertigen Rädern prüfen. Glasbruch je nach Wohnsituation abwägen.
  5. Vergleich über unabhängigen Makler: Ein Makler vergleicht aus dem gesamten Markt und kennt die feinen Unterschiede in den Bedingungswerken, nicht nur die Prämie.
👤

Sven Feder

Versicherungsmakler · VMX Versicherungsmakler Oranienburg

§34d GewO VEMA-Mitglied 25 Jahre Erfahrung

Ich berate Privatpersonen und Selbstständige im Landkreis Oberhavel und Berlin zu allen Fragen der Absicherung, anbieterübergreifend und auf Ihrer Seite. Bei der Hausratversicherung finde ich regelmäßig Unterversicherungen und fehlende Klauseln, die den Versicherten nicht bewusst sind, bis es zum Schadensfall kommt.

Häufige Fragen zur Hausratversicherung

Nein, eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Dennoch ist sie für Mieter und Eigenheimbesitzer gleichermaßen dringend empfohlen. Die finanziellen Folgen eines größeren Leitungswasserschadens, eines Einbruchs oder eines Wohnungsbrandes können existenzbedrohend sein, wenn keine Absicherung vorhanden ist.

Die Hausratversicherung deckt alles, was beweglich ist und beim Auszug mitgenommen werden kann: Möbel, Elektronik, Kleidung. Die Wohngebäudeversicherung deckt das Gebäude selbst: Mauern, Dach, fest eingebaute Küche, Böden, Heizkörper. Mieter brauchen nur Hausrat, Eigenheimbesitzer brauchen beide Versicherungen.

Die Faustregel lautet: 650 bis 700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei 80 Quadratmetern ergibt das eine Mindest-Versicherungssumme von 52.000 bis 56.000 Euro. Bei hochwertigem Inventar (Designermöbel, teure Elektronik, Kunstgegenstände) sollte die Summe nach oben angepasst werden. Am besten einen Tarif mit Unterversicherungsverzicht-Klausel wählen.

Ja, in der Regel sind auch Kellerräume, Dachboden, Garagen und Balkon mitversichert, sofern sie zur versicherten Wohnung gehören. Allerdings gilt für bestimmte Bereiche (zum Beispiel Keller bei Überschwemmung) oft eine gesonderte Regelung. Fahrräder im Keller sind meist nur dann versichert, wenn sie mit einem zugelassenen Schloss gesichert waren.

In den meisten Fällen ja. Oranienburg und Umgebung liegen in der Nähe von Havel und Oder-Havel-Kanal. Auch wenn die offiziellen Überflutungszonen günstig eingestuft sind, kann Starkregen jederzeit zu Rückstauproblemen im Keller führen. Der Elementarbaustein kostet im Jahr meist nur 30 bis 80 Euro extra und schützt vor Schäden, die ohne ihn vollständig auf eigene Kosten bleiben würden.

💬
error: Content is protected !!